Robin Hood

Der gemeinnützige Verein Robin Hood e.V. ist der Träger des Englisch-deutschen Waldkindergartens Robin Hood. Zweck des Vereins ist die Organisation des Kindergartens; Schwerpunkte sind zweisprachige Naturpädagogik und Umwelterziehung sowie die Unterstützung der Projektidee im weiteren Sinne. Vorrangiges Ziel des Kindergartens ist es, einen wertschätzenden und weiterbildenden Rahmen zu schaffen, der es den Kindern wie auch den Eltern ermöglicht, stabile und verlässliche Beziehungen untereinander, zum Kindergarten und zur Natur aufbauen zu können.

Die Pädagogik des Kindergartens steht neben dem Berliner Bildungsprogramm (BBP) auf zwei Hauptpfeilern:

  • In diesem alternativen Kindergarten erhalten Kinder die Möglichkeit, zwei Sprachen gleichzeitig im Alltag wahrzunehmen, englisch und deutsch. Beide Sprachen werden im täglichen Miteinander (kennen) gelernt und erlebt. Als praktizierte pädagogische Methode wurde Immersion (Eintauchen in Sprache) gewählt.
  • Der Kindergarten versteht sich als Bildungsinstanz mit dem Schwerpunkt Natur- und Umwelterziehung. Auf dieser Grundlage und um sich als eingebundener Teil der Natur zu erleben, spielen und lernen die Kinder vormittags bei (fast) jeder Wetterlage draußen in verschiedenen Lebensräumen in der Natur, frühstücken dort und suchen erst zum Mittagessen ihren Kindergarten auf.

Am Nachmittag haben die Kinder Raum und Gelegenheit, ihre Erlebnisse des Vormittags spielerisch und kreativ zu verarbeiten.

Räumlichkeiten

Der Waldkindergarten bietet eine ganztägige Betreuung an. Dafür sind feste Räumlichkeiten unerlässlich. Unser Standort mit großzügigen, hellen Räumen befindet sich in der Dietzgenstr 66, 13156 Berlin (Pankow). Er liegt in unmittelbarer Nähe von verschiedenen Grünflächen wie Kreuzgraben und Brosepark. Da wir ein Waldkindergarten sind, spielen die Kinder und ihre BetreuerInnen vormittags in der Natur, entweder in den angrenzenden Grünanlagen oder in Wald, Wiese und Feldmark.

Betreuungszeiten

Die Öffnungszeiten des Kindergartens sind werktags von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr.

Im Verlauf des Jahres gibt es mehrere Schließzeiten, welche sich an den Schulferien orientieren. Diese werden nach Möglichkeit Anfang des Jahres bekannt gegeben.

Gruppen

Die Kinder sind in diesem Kindergarten in zwei Gruppen aufgeteilt. In der Spatzengruppe spielen ~12 Kinder ab 1½ Jahren zusammen, in der Bussardgruppe forschen und klettern bis zu 23 Kinder ab 2¾ / 3 Jahren bis zum Schuleintritt miteinander.

In der kleinen Spatzengruppe richtet sich der genaue Aufnahmezeitpunkt nach dem jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder, sie müssen z. B. über Erfahrung im Laufen und selbstständigen Essen verfügen. Um den kindlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten gerecht zu werden, nehmen wir erst Kinder ab 1½ Jahren bei uns auf.

Aus der Spatzengruppe in die Bussardgruppe werden Kinder je nach Entwicklungsstand und Gruppensituation aufgenommen. Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass die Kinder windelfrei sind. Weitere Faktoren sind u.a. Mobilität, emotionale Stabilität und Sozialverhalten der Kinder. Die Entscheidung, wann der Gruppenwechsel stattfindet, trifft das pädagogische Team in Absprache untereinander.

Tagesablauf

Eltern, Kinder und BetreuerInnen treffen sich morgens ab 8:00 Uhr im Brosepark (oder bei Sonderaktionen an einem bekannt gegebenen anderen Ort). Die Kinder werden bei den ErzieherInnen persönlich abgegeben. Gegen 8:45 Uhr begrüßen wir gemeinsam den Tag mit einem Morgenkreis, bei dem englische und deutsche Lieder gesungen und Fingerspiele erlernt werden, getanzt und in die Natur gelauscht wird. Hier ist auch Gelegenheit, das Wichtigste für den Tag mit den Kindern zu besprechen.

Danach ziehen und schieben die kleinen Spatzen ihren Bollerwagen zur Zwergenfamilie Zwack, um dort zu frühstücken und zu spielen. Gegen 11:15 Uhr geht es zum Essen und Schlafen in den Kindergarten.

Die Bussardgruppe fährt nach dem Morgenkreis mit der öffentlichen Buslinie 107 Richtung Norden. An manchen Tagen entscheiden die Kinder, an manchen Tagen die BetreuerInnen, welchen Ort sie aufsuchen wollen. Dort angekommen ist Zeit für Frühstück, freies Spiel, Projekte, Zeit und Raum um zu tollen, zu toben, zu schnitzen, zu erkunden, zu klettern, am Bach Brücken zu bauen, im hohen Gras zu liegen, aus Schneckenhäusern und Zweiglein Püppchen zu basteln und vieles mehr. Zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr geht es zum Mittagessen in die festen Räumlichkeiten des Kindergartens.

Nach der Mittagsruhe und anschließender Vesper geht es noch einmal ins Grüne, oder es kann im Werkstattbereich gemalt, geknetet, gebastelt, gepinselt, geschnitten, gesägt und gefertigt werden, es ist Zeit um Bücher anzuschauen, Buden zu bauen, mit FreundInnen zu spielen und zu kuscheln, zu lachen, zu tanzen, Quatsch zu machen, sich nach der Kissenschlacht in einer der Kuschelecken auszuruhen, … bis um 16:30 Uhr der Kindergarten schließt.

Nahrung

Das Essen im Kindergarten ist vollwertig, vegetarisch und aus biologischem Anbau. Der Bedarf an Süßem wird über Obst, Trockenfrüchte, grüne Smoothies, Fruchtleder, Hollunderpunsch sowie Nüsse gedeckt. Mindestens zwei Mal täglich wird Rohkost gereicht. Süßigkeiten werden nur zu besonderen Anlässen gereicht. Es ist nicht erwünscht, dass die Kinder Süßigkeiten oder Snacks mit in den Kindergarten bringen. Für Kinder mit Allergien ist eine gesonderte Verköstigung (z. B. vegan) möglich.

Im Robin Hood Waldkindergarten wird gefiltertes und energetisiertes Trinkwasser in Quellwasserqualität ausgegeben.

Leitung / Betreuung

Die Organisation des Kindergartens ist in zwei Bereiche gegliedert. Der geschäftsführende Bereich wird vom Vereinsvorstand getragen, die pädagogische Leitung liegt bei einer hauptamtlichen Pädagogin des Teams. Außerdem sind weitere ErzieherInnen in der Betreuung eingesetzt. Das Team wird von verschiedenen Hilfskräften unterstützt. Dies sind u.a. Freiwillige des Ökologischen Jahres, Fachkräfte in den Bereichen musikalische Früherziehung, Pflanzenkunde, Kreativwerkstatt sowie Erzieherpraktikannten und Hauswirtschaftshilfen.

Außerdem stehen ggf. Eltern für die Betreuung und hauswirtschaftlicher Hilfe bei Krankheit, Urlaub, Teamsitzungen oder Fortbildungen der ErzieherInnen zur Verfügung.

Eröffnung

Die Eröffnung des Kindergartens fand nach halbjähriger Vorlaufzeit am 15.09.2005 statt.

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt entsprechend den in der EKT-Rahmenvereinbarung vorgesehenen Richtlinien. Der Eigenanteil der Betreuungskosten (Elternbeiträge) wird vom Bezirksamt der Stadt Berlin festgelegt und richtet nach den Einkommensverhältnissen der Eltern. Außerdem wird ein monatlicher pädagogischer Zusatzbeitrag erhoben, welcher in einigen Abständen der betriebswirtschaftlichen Situation angeglichen wird.

Der Verein ist bemüht, Finanz- und Sachmittel für die Ausstattung und den laufenden Kindergartenbetrieb zu akquirieren.

Transparenz

Das Verhältnis zwischen allen beteiligten Personen soll von großer Offenheit, Transparenz und gegenseitiger Wertschätzung geprägt sein. Die Bereitschaft hierzu stellt eine wesentliche Grundlage des Kindergartens dar. Die Erwachsenen sollen sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und entsprechend agieren. Da sich ein positives Klima auf die Kinder auswirkt und somit eine wichtige Voraussetzung für größtmögliches Lernen darstellt, sollen Konflikte schnellstmöglichst und offen zur Sprache kommen sowie bereinigt werden. Ein konstruktiver Umgang mit Problemstellungen sowie die Bereitschaft für kreative Lösungsmodelle ist Voraussetzung für die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindergarten. Ebenso wie mit den Kindern praktiziert sollen bei Unstimmigkeiten alle Beteiligten angehört werden. Eine Akzeptanz und adäquate Umsetzung dieser Regeln wird von den Eltern erwartet.

Eigenleistungen von Eltern

Um den Kindergartenbetrieb zu ermöglichen, sind die Eltern aufgefordert, sich inhaltlich und praktisch in den laufenden Kindergartenbetrieb einzubringen. Jede Familie verpflichtet sich zu Eigenleistungen in Form von Arbeitseinsätzen (z. B. Reinigung, Elterndienste während der Teamsitzungen, Waschdienste, organisatorische Aufgaben).

Gerne nehmen wir Wünsche und Anregungen entgegen. Entscheidungen über den Tagesablauf und den pädagogischen Ansatz obliegen den ErzieherInnen.